Schiedsrichter: „Geht doch wieder in die Türkei zurück. Ihr habt hier nichts zu suchen.“

Es war eigentlich ein erfolgreiches Wochenende für die Senioren des Ay-Yildizspor Hückelhoven. Die erste Mannschaft hatte am Freitag ein starkes Spiel gegen Schafhausen II gezeigt, welches mit 0:0 glücklich für Schafhausen ausging. Die Dritte gewann am Sonntag in Klinkum mit 1:0, nach einem sehr hitzigen Spiel. Davor hatte die zweite Mannschaft allerdings eine schwere Aufgabe zu bewältigen. Welches alles in den Schatten stellt.

Diese trat zwei Stunden vor dem Spiel der Dritten, in Effeld gegen SV Adler Effeld an. Ein relativ ruhiges und faires Spiel. Ay-Yildizspor ging durch Ceyhan Cevahir in der 29. Minute in Führung. Ein schönes Tor aus 18 metern. Allerdings hatte der Schiedsrichter sichtlich ein Problem mit dieser Führung. Er ließ die Stürmer keine 10 Sekunden das Tor feiern und pfiff diese sich aufzustellen. Da dauerte es keine drei Minuten und Schiedsrichter Josef L. nutzte das erfolgreiche Klären unserer Abwehr im Strafraum, um auf den Strafstoß Punkt zu zeigen. Effeld war sichtlich irritiert und hatte diesen Pfiff nicht deuten können. Wir schon!

Rassismus ist wie ein beißender Geruch. Sie können es nicht sehen, sie können es nicht anfassen, aber es stinkt, und zwar gewaltig. Und an diesem Tag ging dieser Gestank auf dem Sportplatz des SV Adler Effeld von Josef L. aus. Was aber dagegen tun? Protest? Gesagt, getan. Am Ende waren es 7 gelbe Karten, und eine gelb/rote dazu. Fünf wegen reklamieren, Abstand nicht einhalten oder Ball wegschlagen. Nur zwei wegen Fouls. Wie erwähnt, eigentlich ein faires Spiel. Null Karten für den Gegner. Sogar ein ausrutschen des Gegners pfiff der Schiedsrichter als Foul. Die fairen Effelder wiesen dies aber zurück und gaben an, dass es kein Foul gab. Nach einer langen Tortur von Regelverstößen des Schiedsrichters, stand es zwischenzeitlich 2:2 und Ay-Yildizspor suchte den Siegtreffer, da pfiff der Schiedsrichter vier Minuten vor der regulären Spielzeit das Spiel ab. An diesem Tag gab es zwei Sieger auf dem Platz, die sich beglückwünschten und einen Verlierer. Josef L.

Nun bis hierhin ist das Spiel für jede Interpretation offen. Schiedsrichter sind auch nur Menschen und schließlich ist das nur die Kreisliga. Die Objektivität unserer Sicht kann natürlich angezweifelt werden. Ein Gefühl ist nur Subjektiv und diese kann man nicht weitergeben. Im Anschluss des Spiels, hatte sich Josef L. zum Spiel unserer Dritten Mannschaft nach Klinkum aufgemacht. Da dort kein Schiedsrichter angesetzt war, wollte dieser sich dort anbieten um unbedingt das Spiel von Ay-Yildizspor zu pfeifen, wie sich hinterher im Gespräch herauskristallisierte. Allerdings wurde das Spiel schon angepfiffen und ein unparteiischer zwischen den beiden Mannschaften ausgemacht. Da kam er zu spät.

Dort von einem vereinseigenen Schiedsrichter zur Rede gestellt, und darauf hingewiesen auf Grund seiner Leistung Beschwerde beim Kreisschiedsrichterausschuss einzureichen, ließ er seine Maske vor der ganzen Tribüne und den Zuschauern fallen. Lauthals rief er, Zitat: „Halt die Fresse, geht doch wieder in die Türkei zurück, ihr habt hier nichts zu suchen“. Es wurde ganz still.

Es ist eigenartig. Zwei Mannschaften, 22 Spieler gehen fair und sportlich in den Zweikampf. Allerdings geht die Feindseligkeit von der Person aus, von der es am wenigsten erwartet wird. Ay-Yildizspor Hückelhoven ist nur ein Fußballverein ist, welches die Stadt Hückelhoven so gut es geht repräsentiert. Dass der Verein zum größten Teil aus Migranten und Nachfahren von Bergbauarbeitern besteht ist aus unserer Sicht nebensächlich. Für manche Menschen anscheinend nicht.

Im Anschluss wurde bei der Hückelhovener Polizei Anzeige erstattet. Ay-Yildizspor Hückelhoven wird mit Null Toleranz gegen jedwede Diskriminierung vorgehen. Fußballplätze und Stadien sind keine rechtsfreien Räume.

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